Behandlungsverfahren

Die angebotenen Behandlungsverfahren sind wissenschaftlich anerkannt sowie berufs- und sozialrechtlich zugelassen. Sie sind Richtlinienverfahren gemäß den Psychotherapierichtlinien.
Die Therapieverfahren unterscheiden sich hinsichtlich des Stundenumfangs, damit auch der Dauer der Behandlung, in der Breite der zu bearbeitenden Symptome und deren Ursachen, in der Intensität sowie im Ausmaß der Vertiefung der seelischen Zusammenhänge. Entsprechend haben die Interventionen auch andere Schwerpunkte und Akzente. Kriterien für die Wahl der Therapieform sind Art und Umfang der Problemlage sowie Ziele der Behandlung. Gleich sind bei allen angebotenen Verfahren die annehmende und auf ein analytisches Verstehen ausgerichtete Haltung des Therapeuten und die besondere Berücksichtung unbewusster Prozesse, der Gefühle und der Beziehungsaspekte.

Grundsätzlich gilt, dass im Rahmen der unterschiedlichen Therapieformen die individuellen Anliegen und Probleme der Patientin / des Patienten im Zentrum stehen und der Therapeut individuell darauf eingeht.

Jede Therapie hat ihre individuelle Form und Geschichte und ist einzigartig, so wie jeder Mensch einzigartig und individuell ist.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

  • Kurzzeittherapie
  • Langzeittherapie
  • Gruppenpsychotherapie

Bei der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird von einem oder mehreren begrenzten aktuellen Konflikten ausgegangen. Die hierbei erlebten Gefühle werden aufgearbeitet und in Bezug zu wichtigen früheren Erlebnissen und Beziehungsmustern gestellt. Durch das damit verbundene Wiederbeleben von verdrängten Gefühlen wird eine bewusste Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen möglich. In der Regel wird bei dieser Methode mit einer oder zwei Wochenstunden gearbeitet.

Analytische Psychotherapie

  • Langzeittherapie
  • Gruppenanalyse

In der Analytischen Psychotherapie finden die Sitzungen 2 bis 4 mal pro Woche statt. Über Assoziationen, Träume und aktuelle Konflikte können die unbewussten lebensgeschichtlichen Wurzeln individueller Gefühle und Verhaltensweisen dem Bewusstsein zugänglich gemacht werden. Durch die Behandlung werden Bedingungen geschaffen, die ermöglichen, vergessen geglaubte Lebenserfahrungen und deren Wirksamkeit in der Gegenwart emotional zu erkennen. Dadurch entsteht eine größere innere Freiheit, um gegenwärtige Erfahrungen mit sich und anderen nicht überwiegend unter dem Eindruck unsichtbar gewordener Vergangenheit zu erleben, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt und das Selbstwertgefühl und die Stabilität der Persönlichkeit stärkt.

Die Analytische Psychotherapie schafft Bedingungen für ein vertieftes emotionales Verständnis der eigenen Persönlichkeit, ohne das eine dauerhafte psychische Veränderung nicht möglich ist.

Um dieses Verstehen zu entwickeln und eine emotionale Nachreifung zu ermöglichen, benötigt die Analytische Psychotherapie eine höhere Sitzungsfrequenz und eine längere Behandungsdauer.

Kombinierte Psychotherapie

Sowohl psychoanalytische als auch psychodynamische (tiefenpsychologisch fundierte) Psychotherapie können in einer Kombination aus Gruppen- und Einzelbehandlung erfolgen. Jedes Vorgehen hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Durch die Verknüpfung entstehen neue Chancen und Herausforderungen im therapeutischen Prozess. Ob und in welcher Form eine Simultanbehandlung begonnen werden soll, wird in den Vorgesprächen gemeinsam geklärt.

In meinem Essstörungssetting ist die kombinierte Psychotherapie der Standard. Auch hier wird vorher geklärt, ob es spezifischer Anpassungen bedarf.

Essstörungssetting

Die Behandlung von Essstörungen wie psychogene Adipositas (seelisch bedingtes Übergewicht), binge eating disorder (Essanfälle), Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht), Anorexia nervosa (Magersucht) oder Mischformen findet in einem multimodalem Setting statt. Im Zentrum steht eine kombinierte Gruppen- und Einzelpsychotherapie (60 bis 160 Therapieeinheiten), die etwa drei Jahre dauert. Hinzu kommen externe Bausteine wie ärztliche Mitbehandlung (Gewichts- und Blutwertekontrolle sowie ggf. Medikation oder Klinikeinweisung), konzentrative Bewegungstherapie (als körpertherapeutischer Ansatz), Ernährungsberatung sowie ggf. stationäre Behandlung in einer entsprechenden Klinik mit Essstörungssetting oder zur bariatrischen Chirurgie.

Andere Verfahren

Nur Verhaltenstherapie (VT) ist noch sozialrechtlich anerkannt, wird also von den Krankenkassen übernommen. Informationen über die VT erhalten Sie bei entsprechenden Fachverbänden.

EMDR wird als ergänzende Methode in der Trauma-Behandlung von speziell ausgebildeten Kolleg/innen angeboten. Wenn diese im Rahmen einer Psychotherapie oder Psychoanalyse sinnvoll ist, ist Ihnen Ihr Psychoanalytiker bei der Vermittlung behilflich.

Alle weiteren Verfahren wie systematische Familientherapie oder wissenschaftliche Gesprächstherapie nach Rogers sind nicht anerkannt und werden von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Hinweis: Gesprächstherapie wird von vielen (ärztlichen) Laien als Bezeichnung für alle Behandlungsformen verwendet, in denen im Gegenübersitzen gesprochen wird. Dies trifft aber auf fast alles zu. Am häufigsten ist jedoch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie gemeint, die im Rest der Welt (außer in Deutschland) psychodynamische Psychotherapie heißt.

Quelle Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Analytische Psychotherapie: dgpt.de